Aktuell
Städtische Werbeflächen weiterhin im Visier der Berner Politik
Am 21. Mai 2026 haben Mitglieder der Fraktionen von SP, JUSO, GFL und FDP im Berner Stadtrat (Legislative) eine Interpellation eingereicht, die finanzpolitische Töne anschlägt. Mit Fragen zu vertraglichen Grundlagen und aktuellen Konzessionseinnahmen, möglichen vertraglichen Spielräumen für höhere Gebühren oder gar eine bewusste Reduktion von Standorten wird die Aussenwerbung neu auch fraktionsübergreifend Thema. KS/CS wird das Geschäft und die Beantwortung der Interpellation durch den Gemeinderat äusserst präzise und kritisch verfolgen. Aus Sicht der Werbebranche dürfen Werbeflächen nicht zum reinen Spielball politischer oder fiskalischer Begehrlichkeiten werden.
News aus Bundesbern
Der Ständerat fordert überraschend deutlich mehr Kinder- und Jugendschutz
Der Ständerat hat am 03. Juni eine Motion mit 31 zu 11 Stimmen angenommen, die strengere Regeln für grosse Kommunikationsplattformen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verlangt. Im Raum steht unter anderem ein Verbot von personalisierter Werbung für Minderjährige. KS/CS befüchtet, dass ein Werbeverbot für Minderjährige eine starre Altersverifikation im Netz zur Folge haben könnte. Der Bund erarbeitet derzeit ohnehin das neue Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen. Diesen ordentlichen Gesetzgebungsprozess gilt es sauber abzuwarten. Das Geschäft geht nun weiter in den Nationalrat.
Oft wird in der Wirtschaft beschwichtigend argumentiert, dass der Ständerat als «Chambre de réflexion» sehr durchdacht abstimme und Werbeverbote oder starre Regulierungen im bürgerlich geprägten Rat ohnehin einen schweren Stand hätten. Dieser Fall beweist das Gegenteil und ist ein politisches Warnsignal. Sobald das Etikett «Kinder- und Jugendschutz» auf dem Tisch liegt, verschieben sich die Gewichte im Ständerat. Der Beschluss zeigt unmissverständlich: Wer staatliche Regulierung verhindern will, darf sich nicht auf vermeintlich sichere Mehrheiten im Parlament verlassen. Genau deshalb setzt sich KS/CS intensiv im Lebensmittelmarketing an Kinder für eine Selbstregulierung ein.
Nationalrat sagt Ja zu politischer Werbung bei privaten Radio- & TV-Sendern
Der Nationalrat korrigiert ein regulatorisches Relikt, das längst nicht mehr in die moderne, digitale Werbe- und Medienwelt passt, indem er die parlamentarische Initiative 24.466 am 9. Juni 2026 annimmt. Bisher verbietet das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) privaten Radio- und Fernsehstationen in der Schweiz die Ausstrahlung von politischer Werbung. Was im traditionellen Rundfunk strikt untersagt ist, gehört im Print- und Onlinebereich längst zum Alltag und ist rechtlich vollkommen zulässig. Diese künstliche Trennung verzerrt den Schweizer Werbemarkt und schwächt die privaten Rundfunkanbieter völlig grundlos. KS/CS begrüsst das Ja des Nationalrats zu gleich langen Spiessen für alle im Schweizer Werbemarkt. Als nächstes geht das Geschäft in den Ständerat.
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