Professional Bachelor & Master und eine drohende Werbepolizei!
🛑 Halt, Werbepolizei! Genf und Neuenburg planen Werbeverbote
Der Gesetzesentwurf PL 13760 der Grünen fordert ein Verbot der Aussenwerbung für Fluggesellschaften und Flugreisen auf dem Genfer Kantonsgebiet, auf öffentlichem und einsehbarem privatem Grund, ja sogar im Innern öffentlicher Gebäude. Das Geschäft ist nun für die Parlamentsdebatte vom 29./30. Oktober traktandiert. Unser Einwand: Auch wenn nicht mehr auf Plakaten fürs Fliegen geworben wird, geflogen wird trotzdem. Die Werbegelder fliessen bloss zu internationalen Online-Plattformen ab.
Noch weiter geht die Ende August eingereichte Motion 26.160 «Mettons fin à la publicité climaticide !» im Kanton Neuenburg. Sie verlangt ein kantonsweites Aussenwerbeverbot für «klimaschädliche» Güter und Dienstleistungen – vom Verbrenner über Flugreisen und Fast Fashion bis zu tierischen Lebensmitteln und Finanzprodukten. Eine Ausweitung auf TV, Radio, Print und Online soll ebenfalls geprüft werden.
Ein solches Verbot schafft keinen Klimaschutz, sondern Rechtsunsicherheit: Gilt ein Hybridauto als «Verbrenner»? Ist eine Kreditkarte mit Meilenprogramm Flugwerbung? Am Ende bräuchte es eine Werbepolizei, die im Einzelfall entscheidet. KS/CS lehnt beide Vorstösse ab, hat Positionsblätter erarbeitet und diese entsprechend eingereicht. Unsere Argumente lesen Sie hier.
🎓 Ab sofort: Professional Bachelor und Professional Master
Nachdem 2025 Ständerat und Nationalrat der Revision des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt hatten, hat der Bundesrat sie nun per 1. Oktober 2026 in Kraft gesetzt. Damit erhält die höhere Berufsbildung international verständliche Titel. KS/CS hat sich als Trägerin der eidgenössischen Prüfungen für Kommunikationsfachleute und Kommunikationsleiterinnen und -leiter seit Jahren aktiv dafür eingesetzt. Alle Inhaberinnen und Inhaber unserer Abschlüsse dürfen den Zusatz ab sofort führen, unabhängig davon, wann sie ihn erworben haben. Der Zusatz steht immer nach dem geschützten Titel, durch ein Komma getrennt:
- Kommunikationsfachfrau/-fachmann mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor
- Kommunikationsleiterin/-leiter mit eidgenössischem Diplom, Professional Master
Ergänzen Sie also Lebenslauf, LinkedIn-Profil und Visitenkarte – und machen Sie Ihre Mitarbeitenden darauf aufmerksam. Mehr dazu hier.
Die nächsten Prüfungstermine zum Erwerb der Titel:
- Kommunikationsfachleute 2027: Anmeldeschluss 31. Oktober 2026. Prüfungen am 23./24. März (schriftlich) und 20./21./22. April 2027 (mündlich) in Biel.
- Kommunikationsleiter/innen 2027: Anmeldefrist 29. Januar 2027. Prüfungen am 24./25. August (schriftlich) und 28./29. Oktober 2027 (mündlich) in Bern.
Alle Informationen zu Zulassung, Anmeldung und Gebühren finden Sie hier.
🏛️ Herbstsession in Kürze
Im Nationalrat standen zwei werberelevante Geschäfte auf der Traktandenliste:
- Postulat 24.4604 «Bevor Adipositas zur Epidemie wird»: Verlangt einen Bericht zur «Erklärung von Mailand» sowie strengere Werbeeinschränkungen für zuckerhaltige Lebensmittel. Unsere Haltung: Ablehnung – die Selbstregulierung wirkt. Ergebnis: Am 21. September deutlich abgelehnt.
- Motion 24.4018 «Verbreitung der entwürdigenden Nudify-Apps einschränken»: Will das Bewerben und Verkaufen von KI-Apps verbieten, die aus Bildern Nacktaufnahmen generieren. Unsere Haltung: Unterstützung – hier ist ein Verbot gerechtfertigt. Ergebnis: Da das Geschäft nicht innert der zweijährigen Frist behandelt wurde, wurde es abgeschrieben.
Unsere ausführliche Einschätzung lesen Sie hier.
Politik-News: Genf vor dem Entscheid, Bern im Rückblick
Aktuell
Genf: Breite Allianz gegen ein Werbeverbot für Flugreisen

Mit dem Gesetzesentwurf PL 13760 wollen die Grünen im Kanton Genf jegliche Werbung für Fluggesellschaften sowie für Flug- und Helikopterreisen verbieten. Das Verbot soll auf öffentlichem Grund gelten, auf öffentlich einsehbarem Privatgrund und sogar in und um Gebäude der öffentlichen Hand. Die Wirtschaftskommission des Grossen Rats ist mit 12 zu 3 Stimmen nicht auf die Vorlage eingetreten. Bemerkenswert ist die Breite dieser Allianz: Neben den bürgerlichen Parteien bezeichneten auch Vertreterinnen und Vertreter der SP das Verbot als untaugliches Mittel. KS/CS teilt diese Einschätzung. Auch ohne Plakatwerbung wird weiterhin geflogen. Die Werbegelder fliessen bloss zu den internationalen Online-Plattformen ab, und die lokale Wirtschaft geht leer aus. Das Geschäft ist nun für die Parlamentsdebatte vom 29./30. Oktober traktandiert. KS/CS hat bereits ein Positionsblatt vorliegend und tauscht sich mit diversen Akteuren aus.
News aus Bundesbern
Herbstsession: Ein klares Nein, ein verpasstes Ja

Zwei werberelevante Geschäfte standen in der Herbstsession auf der Traktandenliste des Nationalrats. Am 21. September lehnte der Rat das Postulat 24.4604 «Bevor Adipositas zur Epidemie wird» deutlich ab. Der Vorstoss hatte einen Bericht zur «Erklärung von Mailand» und strengere Werbeeinschränkungen für zuckerhaltige Lebensmittel gefordert. Damit bestätigt der Nationalrat den Weg der Selbstregulierung, den die Branche ab Januar 2027 mit der neuen Selbstregulierung für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung weiter verstärkt.
Weniger erfreulich ist der Verlauf der Motion 24.4018 «Verbreitung der entwürdigenden Nudify-Apps einschränken». Sie wollte das Bewerben und Verkaufen von KI-Apps verbieten, die aus gewöhnlichen Fotos Nacktbilder erzeugen. KS/CS hat den Vorstoss unterstützt, denn hier ist ein Werbeverbot sachlich gerechtfertigt. Weil der Rat die Motion nicht innerhalb der zweijährigen Frist behandelt hat, wurde sie abgeschrieben. Das ist schade, denn das Anliegen wäre sinnvoll gewesen. Zudem hat die EU ein solches Verbot bereits beschlossen (siehe KI-Omnibus der EU).
Der Blick nach vorne zeigt: Auch in dieser Session wurden wieder Dutzende neue Vorstösse eingereicht. KS/CS prüft sie derzeit auf ihre Werberelevanz und wird zu den betroffenen Geschäften Stellung beziehen.
Ab sofort: Professional Bachelor und Professional Master für unsere Branche!

Seit dem 1. Oktober 2026 erhält die höhere Berufsbildung international verständliche Titel. KS/CS hat sich als Trägerin der eidgenössischen Prüfungen für Kommunikationsfachleute und Kommunikationsleiterinnen und -leiter über Jahre dafür eingesetzt. Alle Inhaberinnen und Inhaber unserer Abschlüsse dürfen den Titel ab sofort führen, unabhängig davon, wann sie ihn erworben haben. Wer die Weiterbildung angehen möchte: Der Anmeldeschluss für die Prüfung der Kommunikationsfachleute 2027 ist der 31. Oktober 2026, hier gibt es weitere Informationen dazu.
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Politik-News: Halt, Werbepolizei! Wo führt das hin?
Aktuell
Neuenburg: Implementierung einer Werbepolizei im Kanton?
Die Grünen fordern mit einer kürzlich eingereichten Motion im Neuenburger Kantonsparlament ein Werbeverbot für «klimaschädliche» Waren und Dienstleistungen. Es soll nicht nur die Aussenwerbung teilweise verboten werden, sondern auch Werbung im Radio, TV, Print und Online. Das Werbeverbot soll kantonsweit gelten, diverse Werbeformate tangieren und würde dutzende Wirtschaftszweige einschränken, ohne dass definiert ist, welche genau betroffen wären oder welcher Klimanutzen daraus entstehen soll. KS/CS ist schockiert über diesen geplanten Eingriff in die Informations- und Wirtschaftsfreiheit. Am schwersten wiegt die Definitionsfrage: Wer entscheidet, was «verantwortungsbewusster Konsum» ist? Darf ein Reisebüro für die Zugfahrt nach Nizza werben, wenn die Rückreise per Flug erfolgt? Eine derart offene Norm schafft keinen Klimaschutz, sondern Rechtsunsicherheit – und braucht am Ende eine Werbepolizei, die im Einzelfall entscheidet, was noch beworben werden darf und was nicht. KS/CS engagiert sich bereits intensiv im Kanton Genf, aber auch in den Städten Zürich und Bern zu ähnlichen Geschäften.
News aus Bundesbern
Nationalrat steht hinter der bewährten «Erklärung von Mailand»
Der Nationalrat hat am 21. September 2026 dem Postulat 24.4604 «Bevor Adipositas zur Epidemie wird. Die Schweiz muss wirksamer handeln» eine deutliche Abfuhr erteilt. Der Vorstoss wollte vom Bundesrat in einem Bericht wissen, wie wirksam die «Erklärung von Mailand» tatsächlich ist. Die freiwillige Vereinbarung, mit der sich das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und die Lebensmittelbranche seit 2015 verpflichten, regelt eine schrittweise Senkung des Zuckergehalts in Alltagsprodukten wie Joghurts oder Müesli.
Die Botschaft des Nationalrats ist klar: Die bisherigen Reduktionen wirken. Es braucht keine Evaluation schärferer Werbeeinschränkungen, da der eingeschlagene Weg der Selbstregulierung funktioniert. KS/CS begrüsst diesen Entscheid. Besonders in Anbetracht der gemeinsam mit der Branche erarbeiteten, griffigen Selbstregulierung bei an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung, welche ab Januar 2027 gelten soll.
Weitere Schritte bei der Umsetzung des revidierten Tabakproduktegesetzes
Die Umsetzung des revidierten Tabakproduktegesetzes biegt auf die Zielgerade ein. Im Juni und Juli 2026 wurden die zuständigen Gesundheitskommissionen des Ständerats (SGK-S) und des Nationalrats (SGK-N) zum Entwurf der neuen Tabakprodukteverordnung konsultiert. In den Beratungen zeigte sich deutlich, dass aus Sicht beider Kommissionen Teile des Verordnungsentwurfs über den ursprünglichen Willen des Gesetzgebers hinausgehen. Die Kommissionen haben daher dem Bundesrat konkrete Empfehlungen übermittelt, unter anderem zur Ausgestaltung der Verkaufsförderung, den Anforderungen an Online-Alterskontrollen sowie zur Einforderung einer Übergangsfrist von mindestens einem Jahr. KS/CS begleitet diese Entwicklungen eng. Aktuell warten wir auf die offizielle Kommunikation des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bzw. des Bundesrats zum finalen Timing der Umsetzung der Verordnung.
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Politik-News: Werbeblick auf die Herbstsession 2026
Aktuell
Kanton Thurgau lehnt Aussenwerbeverbot für Alkoholwerbung deutlich ab
Am 2. September stand im Thurgauer Grossen Rat die Revision des kantonalen Gesundheitsgesetzes auf der Agenda. Im Rahmen der Debatte brachte EVP-Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach eine zusätzliche Anpassung eines Artikels ins Spiel, der ein weitreichendes Verbot von Plakatwerbung für Alkohol auf öffentlichem Grund sowie auf öffentlich einsehbaren Privatgrundstücken forderte. Eine Allianz aus FDP, SVP sowie Teilen der GLP und Mitte/EVP erteilte dem Antrag eine deutliche Absage, welcher in der Schlussabstimmung mit 75 Nein- zu 36 Ja-Stimmen scheiterte. Die Gegnerinnen und Gegner bezeichneten den Antrag passend zur Debatte als «unausgegoren». KS/CS begrüsst den Entscheid des Thurgauer Grossen Rats, der Augenmass bewiesen und eine unverhältnismässige Einschränkung der kommerziellen Kommunikation verhindert hat. Die Werbung für alkoholische Produkte ist schweizweit bereits stark reguliert.
News aus Bundesbern
Nationalrat debattiert über Zuckerpolitik und Marketingeinschränkungen
Am 14. September 2026 behandelt der Nationalrat das Postulat 24.4604 «Bevor Adipositas zur Epidemie wird. Die Schweiz muss wirksamer handeln». Der Vorstoss verlangt vom Bundesrat einen umfassenden Bericht über die Wirkung der sogenannten «Erklärung von Mailand». Diese freiwillige Vereinbarung wurde 2015 zwischen dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und Unternehmen der Lebensmittelbranche geschlossen, um den Zuckergehalt in Alltagsprodukten wie Joghurts oder Müslis schrittweise zu senken. Aus Sicht der Postulantin seien die bisherigen Reduktionen unzureichend, weshalb neue gesetzliche Vorgaben für den Zuckergehalt und strengere Werbeeinschränkungen benötigt würden.
KS/CS lehnt das Postulat ab. Gemeinsam mit der Branche setzen wir uns seit Jahren aktiv für eine griffige Selbstregulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung ein (siehe dazu auch die Interpellation 24.4373). In Anbetracht der fortgeschrittenen Verhandlungen der Selbstregulierung sind zum jetzigen Zeitpunkt keine zusätzlichen Massnahmen nötig.
Nationalrat verhandelt Verkaufs- und Werbeverbot von Nudify-Apps
Im Nationalrat ist am 23. September 2026 die Motion 24.4018 «Verbreitung der entwürdigenden Nudify-Apps einschränken» traktandiert. Das Bewerben, Verkaufen und Zugänglichmachen von Apps und digitalen Diensten, welche mithilfe von künstlicher Intelligenz Nacktbilder von Kindern oder Erwachsenen generieren, soll aus Sicht der Unterzeichnenden verboten werden. KS/CS befürwortet den Vorstoss und erachtet ein Werbe- und Verkaufsverbot solcher Nudify-Apps als gerechtfertigt.
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Politik-News: Wir halten der Branche den politischen Rücken frei
Aktuell
Stadt Zürich: Warum ein städtisches Werbeverbot am Ziel vorbeifliegt
Am 26.08. steht im Zürcher Gemeinderat eine Debatte mit Zündstoff an. Die Legislative berät über ein Postulat, das Werbung für Flugreisen sowie Angebote, die eine solche implizieren (etwa Fernreisen oder Vielfliegerprogramme), auf städtischem Grund komplett verbieten will. Das erklärte Ziel der Unterzeichnenden ist, zur angestrebten Klimaneutralität der Stadt bis 2040 beizutragen. Bei einer Überweisung müsste der Stadtrat als Exekutive in einem Bericht aufzeigen, wie ein solches Verbot konkret umgesetzt werden könnte.
Der Vorstoss greift zu kurz und setzt am falschen Ort an. Ein solches Werbeverbot führt primär zu einer unnötigen Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit und bremst den lokalen Markt aus. Hinzu kommt ein klarer Verdrängungseffekt, da Fluggesellschaften und Reiseanbieter schlicht auf andere Werbekanäle wie das Internet ausweichen würden. Mit dem Ergebnis, dass die Wertschöpfung nicht mehr der Aussenwerbung in der Stadt Zürich zugutekommt, sondern ins Ausland abfliegt. Aus diesen Gründen lehnt KS/CS das Postulat entschieden ab und hat den Gemeinderat im Vorfeld der Debatte mit entsprechenden Sachargumenten beliefert.
News aus Bundesbern
Vernehmlassung: KS/CS lehnt Kleingedrucktes in der Leasingwerbung ab
Stellen Sie sich vor, Sie fahren an einem Plakat vorbei. Darauf ist ein schickes Auto zu sehen und in grossen Buchstaben steht: «Jetzt ab 299 Franken im Monat leasen». Eine einfache Botschaft, die Ihr Interesse weckt. Genau das soll sich nach den Plänen des Bundes ändern. Aktuell läuft die Vernehmlassung zu Änderungen in der KFZ-Verordnung und der Preisbekanntgabeverordnung (PBV). Ein neuer Artikel (Art. 13b PBV) soll Werbetreibende dazu verpflichten, künftig kleingedruckte Details zum Leasing bereits in der Werbung abzubilden. Für KS/CS wird hier die Funktion von Werbung und Kaufvertrag vermischt. Werbung dient dazu, auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam zu machen und ein erstes Interesse zu wecken. Sie ist nicht dazu geeignet, die umfassende vorvertragliche Information der Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Zusätzlich wird es in der angepassten Verordnung bereits an anderer Stelle (Art. 4bis PBV) neu geregelt: Sobald eine Kundin eine Offerte einholt, muss die Garage alle Informationen offenlegen. Konsumentinnen und Konsumenten erhalten die Daten also genau dann, wenn sie sie wirklich brauchen, vor dem Unterschreiben. Deshalb stellen wir in unserer Stellungnahme den Antrag, Art. 13b PBV ersatzlos zu streichen.
News aus der Branchenwelt
EU-Kennzeichnungspflicht: Was das KI-Label für die Branche bedeutet
Ab dem 2. August 2026 fordert die Europäische Union mit der Einführung des EU AI Actmehr Transparenz im digitalen Raum. Bilder, die durch künstliche Intelligenz generiert oder wesentlich verändert wurden, beispielsweise sogenannte Deepfakes und vollständig KI-generierte Inhalte, müssen künftig verbindlich gekennzeichnet werden. Für kreative oder künstlerische Werke sollen Ausnahmen gelten. Für die visuelle Umsetzung stellt die Europäische Kommission drei Symbole bereit, deren Nutzung zwar freiwillig ist, die Kennzeichnungspflicht als solche jedoch nicht. Betroffen sind auch Schweizer Agenturen und Unternehmen, sobald sie Inhalte im EU-Raum veröffentlichen. Obwohl in der Schweiz derzeit keine vergleichbare Vorschrift vorgesehen ist, beobachtet KS/CS die Entwicklungen aufmerksam und steht im offenen Austausch mit ihren Mitgliedern.
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Politik-News: Wichtige Werbe-News vor der Sommerpause
Aktuelles
Kanton Waadt: Keine Gemeindeautonomie bei Aussenwerbeverboten
Der Waadtländer Grand Conseil (Legislative) hat in zwei Sitzungen über eine Motion zur Anpassung des kantonalen Plakatgesetzes beraten. Ziel der Vorlage war es, den Gemeinden künftig die Autonomie zu gewähren, Aussenwerbung auf ihrem Gebiet eigenständig zu regeln – einschliesslich der Option, diese einzuschränken oder gänzlich zu verbieten. Gemäss der aktuellen kantonalen Gesetzgebung (Art. 17 LPR) sind die Gemeinden nämlich verpflichtet, mindestens einen Ort für das Anbringen von Aussenwerbung zuzulassen. In der entscheidenden Schlussabstimmung vom 23. Juni wurde die vorgeschlagene Gesetzesänderung abgelehnt. Damit ist das Geschäft vom Tisch und der rechtliche Rahmen im Kanton bleibt erfreulicherweise unverändert.
Dieser Entscheid könnte direkte Signalwirkung für diverse Waadtländer Gemeinden haben, die eine Restriktion der Aussenwerbung anstreben – wie beispielsweise Crissier. Dort stellte der Gemeinderat bereits in der Debatte klar, dass die kommunale Verordnung ohne eine entsprechende Anpassung des kantonalen Rechts nicht novelliert werden könne. KS/CS verfolgt die weiteren Entwicklungen in dieser Angelegenheit mit grosser Aufmerksamkeit.
News aus Bundesbern
Kommissionen fordern eine pragmatische Umsetzung der Revision der Tabakprodukteverordnung
Die Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) beider Räte haben sich zur geplanten Revision der Tabakprodukteverordnung geäussert. Sie mahnen den Bundesrat davor, bei der Umsetzung über das Ziel der Volksinitiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» hinauszuschiessen. Begrüssenswert ist, dass die Kommissionen eine verhältnismässige Lösung anstreben, die unnötige administrative Hürden für die betroffenen Branchen vermeiden will. So soll etwa die Alterskontrolle im Internet der Vertrauensstufe 2 statt 3 entsprechen und zudem nur einmalig bei der Einrichtung des Benutzerkontos erfolgen. KS/CS wird die weitere Ausgestaltung der Verordnung durch den Bundesrat aufmerksam verfolgen. Unsere vollständige Stellungnahme finden Sie hier.
Professional Bachelor und Professional Master – per 1. Oktober offiziell!
Inhaberinnen und Inhaber eidgenössischer Abschlüsse sind ab dem 1. Oktober 2026 berechtigt, die vom Bundesrat eingeführten Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» zu führen – auch rückwirkend. Dies gilt natürlich auch für unsere eidgenössischen Kommunikationsfachleute und Kommunikationsleiter/innen. Bei künftigen Absolventinnen und Absolventen werden die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» auf den entsprechenden Urkunden erscheinen. Wir haben uns seit Jahren aktiv für die Neuerung eingesetzt, welche nicht nur die Attraktivität der höheren Berufsbildung stärkt, sondern auch die internationale Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit erhöht.
NEWS AUS DER BRANCHENWELT
Rekordjahr für die Schweizerische Lauterkeitskommission
Die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) vermeldet für das vergangene Jahr einen neuen Höchststand bei den eingegangenen Beschwerden: Insgesamt 240 Fälle wurden registriert. Wie dem Tätigkeitsbericht 2025 zu entnehmen ist, dominierte das Thema irreführende oder falsche Werbeaussagen das Geschehen (45,4 %), wobei hierunter auch Vorwürfe bezüglich Greenwashing fallen. Auf den weiteren Plätzen landeten aggressive Verkaufstaktiken (14,9 %) sowie sexistische Inhalte (8,8 %). Zum 60-jährigen Jubiläum betonte SLK-Präsident und Nationalrat Philipp Kutter die Wirksamkeit freiwilliger Selbstkontrolle (hier das Interview dazu). KS/CS ist überzeugt, dass das funktionierende Erfolgsmodell der SLK auch in der politischen Argumentation gegen zusätzliche gesetzliche Regulierungen sehr wichtig bleiben wird.
Frankreich: Ultra-Fast-Fashion soll mit Werbeverbot eingeschränkt werden
In Frankreich ist für das kommende Jahr ein neues Gesetz geplant, das umfassende Werbeverbote für Ultra-Fast-Fashion-Anbieter wie Shein, Temu und AliExpress vorsieht. Davon betroffen wäre auch die Bewerbung durch Influencerinnen und Influencer. Die Massnahmen sollen sich explizit nicht gegen französische oder europäische Unternehmen richten, eine exakte Definition der betroffenen Akteure steht allerdings noch aus. Vor diesem Hintergrund fordert eine Schweizer Motion den Bundesrat auf, ein eigenes Anti-Fast-Fashion-Gesetz auszuarbeiten. Dieses soll sich unter anderem an den französischen Plänen sowie an EU-Vorgaben orientieren und ein Werbeverbot für entsprechende Produkte beinhalten.
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Heisses von KS/CS
🏛️ Die Sommersession im Überblick
Während der Nationalrat gleich lange Spiesse bei der politischen Werbung befürwortet, sorgt der ständerätliche Entscheid für personalisierte Werbeverbote für Minderjährige für Kopfschütteln.
Grünes Licht im Nationalrat: Mit der Annahme der parlamentarischen Initiative 24.466 schliesst der Nationalrat eine überfällige Marktlücke. Das Werbeverbot für politische Inhalte auf privaten Radio- und Fernsehsendern soll fallen, wofür sich KS/CS engagiert hat. Das Geschäft geht nun in den Ständerat.
Dämpfer im Ständerat: Die «Chambre de réflexion» hat die Motion 26.3242 deutlich angenommen. Damit sollen grosse Plattformen zu mehr Jugendschutz gezwungen werden. Die vage formulierte Motion fordert auch ein Verbot personalisierter Werbung für Minderjährige. KS/CS befürchtet, dass dies eine starre Altersverifikation im Netz zur Folge hätte, und hat sich gegen die Motion eingesetzt. Das Geschäft geht weiter in den Nationalrat.
Umso wichtiger war der direkte Austausch vor Ort: Während der Session konnten wir die Mitglieder unserer parlamentarischen Gruppe «Markt & Werbung» treffen, um unsere Argumente darzulegen und aktuelle sowie kommenden politische Entwicklungen im Detail zu besprechen. Unsere ausführlichen Einschätzungen zu den Geschäften der Sommersession lesen Sie hier.
🤝 Zweiter runder Tisch zur Kinderwerbung
KS/CS zeigt sich optimistisch, dass eine pragmatisch umsetzbare Lösung für die Reduktion von an Kinder gerichteter Werbung für Lebensmittel auf der Zielgeraden ist.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) lud am 26. Mai zum zweiten technischen Runden Tisch nach Bern. Im Fokus steht die Reduktion von Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt, die sich an Kinder richtet. Die aktuell vorliegende finale Fassung mit vielen von uns eingebrachten Inputs ist moderat ausgestaltet und pragmatisch umsetzbar. Für KS/CS bleibt die freiwillige Selbstregulierung der pragmatische und effiziente Weg, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen selbstbestimmt mitzugestalten. Die Sommersession hat gerade bewiesen, dass man sich nicht auf vermeintlich sichere Mehrheiten im Parlament verlassen kann. Die Lebensmittelunternehmen können nun entscheiden, ob sie die Selbstregulierung annehmen möchten. Nur wer unterschreibt, ist auch verpflichtet, sich daran zu halten.
🎓 Nächster Karrieresprung: Höhere Fachprüfung für Kommunikationsleitende
Nach zweijähriger Pause findet die eidgenössische Höhere Fachprüfung für Kommunikationsleiterinnen und Kommunikationsleiter dieses Jahr wieder statt.
Nutzen Sie die Gelegenheit! Gibt es in Ihrem Unternehmen, Verband oder Umfeld qualifizierte Talente, die den nächsten Karriereschritt mit diesem anerkannten eidgenössischen Abschluss gehen möchten? Bis am 24. August steht das Anmeldefenster noch offen. Sämtliche Informationen zu Zulassung, Wegleitung und Anmeldung finden Sie hier. Der Besuch eines Lehrgangs ist dabei nicht erforderlich und stellt keine Zulassungsbedingung dar.
Professional Bachelor und Professional Master – neu auch in der höheren Berufsbildung
Wichtige Neuigkeiten aus der Politik: Per 1. Oktober 2026 führt der Bundesrat die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» ein. Inhaberinnen und Inhaber eidgenössischer Abschlüsse sind ab dann berechtigt, diesen Titel zu führen – auch rückwirkend. Dies gilt auch für die eidgenössischen Kommunikationsfachleute & Kommunikationsleiter/innen. Bei künftigen Absolventinnen und Absolventen werden die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» auf den entsprechenden Urkunden erscheinen. Bestehende Absolvierende dürfen den Titelzusatz gemäss den gesetzlichen Bestimmungen eigenständig aufführen. Es werden keine neuen Ausweise ausgestellt. In der Medienmitteilung des Bundesrates finden Sie mehr Informationen und ein FAQ betreffend Umsetzung der BBG-Änderung.
KS/CS Kommunikation Schweiz hat sich aktiv für diese Neuerung eingesetzt. Sie stärkt die Attraktivität der höheren Berufsbildung und erhöht deren internationale Sichtbarkeit.
Politik-News: Politisches Sommerhoch aus Bundesbern
News aus Bundesbern
Fazit der Sommersession im Nationalrat
24.466 Parlamentarische Initiative «Gleichbehandlung von privaten Rundfunkanbietern und privaten Online-Anbietern»
Der Nationalrat unterstützt die Paramentarische Intiative und will eine längst überfällige Marktlücke schliessen. Bislang verbietet das Radio- und Fernsehgesetz politische Werbung für private Radio- und Fernsehsender, obwohl diese im Online- und Printbereich längst etabliert und zulässig ist. KS/CS begrüsst diesen Entscheid sehr, da er endlich gleich lange Spiesse für alle Akteure im Werbemarkt etabliert. Das Geschäft geht nun weiter in den Ständerat, wo wir uns ebenfalls für eine Zustimmung einsetzen werden.
24.4018 Motion «Verbreitung der entwürdigenden Nudify-Apps einschränken»
Das Bewerben, Verkaufen und Zugänglichmachen von Apps und digitalen Diensten, welche mithilfe von künstlicher Intelligenz Nacktbilder von Kindern oder Erwachsenen generieren, soll mit dem am 18. Juni traktandierten Vorstoss verboten werden. KS/CS befürwortet den Vorstoss und erachtet ein Werbe- und Verkaufsverbot solcher Nudify-Apps als gerechtfertigt. Leider reichte dem Nationalrat in dieser Session die Zeit nicht für die Behandlung des Geschäfts. KS/CS wird aber am Ball bleiben und das Geschäft in der kommenden Session eng begleiten.
Fazit der Sommersession im Ständerat
26.3242 Motion «Kinder- und Jugendschutz auf digitalen Plattformen»
Die kleine Kammer hat eine Motion angenommen, die im Rahmen des Jugendschutzes strengere Regeln für grosse Kommunikationsplattformen fordert. Unter anderem steht hier ein Verbot von personalisierter Werbung für Minderjährige im Raum. KS/CS bedauert diesen Entscheid. Ein solches Werbeverbot für Minderjährige könnte in der Praxis eine starre, flächendeckende Altersverifikation im gesamten Netz nach sich ziehen – was ein unverhältnismässiger Eingriff wäre. Da der Bund ohnehin derzeit das neue Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen erarbeitet, fordern wir, diesen ordentlichen Gesetzgebungsprozess abzuwarten, anstatt vorab Einzelmassnahmen anzustreben. Das Geschäft geht nun in den Nationalrat, wo wir uns gegen eine starre Regulierung einsetzen werden.
News aus der Branchenwelt
Umfrage: Kompetenzlücken von Lernenden im Betrieb und Massnahmen
Als Träger der eidgenössischen Berufsprüfung für Kommunikationsfachleute sowie der eidgenössischen Höheren Fachprüfung für Kommunikationsleiterinnen und -leiter engagiert sich KS/CS für die Weiterentwicklung der höheren Berufsbildung in der Schweizer Kommunikationsbranche. Mit der kommenden Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» stärken wir auch auf politischem Weg die höhere Berufsbildung weiter. Deshalb unterstützen wir auch die aktuelle Umfrage verschiedener Wirtschaftsverbände und freuen uns, wenn auch Sie sich Zeit für eine Teilnahme nehmen. Die Umfrage dauert rund 10 Minuten und ist an Personen gerichtet, die in ihrem Betrieb Lernende direkt begleiten oder für deren Ausbildung verantwortlich sind.
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Politik-News: Die Illusion vom regulierungskritischen Ständerat
Aktuell
Städtische Werbeflächen weiterhin im Visier der Berner Politik
Am 21. Mai 2026 haben Mitglieder der Fraktionen von SP, JUSO, GFL und FDP im Berner Stadtrat (Legislative) eine Interpellation eingereicht, die finanzpolitische Töne anschlägt. Mit Fragen zu vertraglichen Grundlagen und aktuellen Konzessionseinnahmen, möglichen vertraglichen Spielräumen für höhere Gebühren oder gar eine bewusste Reduktion von Standorten wird die Aussenwerbung neu auch fraktionsübergreifend Thema. KS/CS wird das Geschäft und die Beantwortung der Interpellation durch den Gemeinderat äusserst präzise und kritisch verfolgen. Aus Sicht der Werbebranche dürfen Werbeflächen nicht zum reinen Spielball politischer oder fiskalischer Begehrlichkeiten werden.
News aus Bundesbern
Der Ständerat fordert überraschend deutlich mehr Kinder- und Jugendschutz
Der Ständerat hat am 03. Juni eine Motion mit 31 zu 11 Stimmen angenommen, die strengere Regeln für grosse Kommunikationsplattformen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verlangt. Im Raum steht unter anderem ein Verbot von personalisierter Werbung für Minderjährige. KS/CS befüchtet, dass ein Werbeverbot für Minderjährige eine starre Altersverifikation im Netz zur Folge haben könnte. Der Bund erarbeitet derzeit ohnehin das neue Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen. Diesen ordentlichen Gesetzgebungsprozess gilt es sauber abzuwarten. Das Geschäft geht nun weiter in den Nationalrat.
Oft wird in der Wirtschaft beschwichtigend argumentiert, dass der Ständerat als «Chambre de réflexion» sehr durchdacht abstimme und Werbeverbote oder starre Regulierungen im bürgerlich geprägten Rat ohnehin einen schweren Stand hätten. Dieser Fall beweist das Gegenteil und ist ein politisches Warnsignal. Sobald das Etikett «Kinder- und Jugendschutz» auf dem Tisch liegt, verschieben sich die Gewichte im Ständerat. Der Beschluss zeigt unmissverständlich: Wer staatliche Regulierung verhindern will, darf sich nicht auf vermeintlich sichere Mehrheiten im Parlament verlassen. Genau deshalb setzt sich KS/CS intensiv im Lebensmittelmarketing an Kinder für eine Selbstregulierung ein.
Nationalrat sagt Ja zu politischer Werbung bei privaten Radio- & TV-Sendern
Der Nationalrat korrigiert ein regulatorisches Relikt, das längst nicht mehr in die moderne, digitale Werbe- und Medienwelt passt, indem er die parlamentarische Initiative 24.466 am 9. Juni 2026 annimmt. Bisher verbietet das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) privaten Radio- und Fernsehstationen in der Schweiz die Ausstrahlung von politischer Werbung. Was im traditionellen Rundfunk strikt untersagt ist, gehört im Print- und Onlinebereich längst zum Alltag und ist rechtlich vollkommen zulässig. Diese künstliche Trennung verzerrt den Schweizer Werbemarkt und schwächt die privaten Rundfunkanbieter völlig grundlos. KS/CS begrüsst das Ja des Nationalrats zu gleich langen Spiessen für alle im Schweizer Werbemarkt. Als nächstes geht das Geschäft in den Ständerat.
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